Category Archives: AKTUELL

Spektrum Iran 3-2017 – Religiöse Minderheiten im Iran

Die Religion ist diejenige Instanz, die dem Menschen nicht nur Halt und Orientierung bietet, sondern die auch identitätsstiftend wirkt. Religion ist, im wahrsten Sinne des Wortes, sichtbar gewordene Liebe, eine Inkarnation dessen, was sich als ›Hüterin der Moral‹ bezeichnen lässt. Religion ermöglicht dem Menschen, eine Vorstellung von demjenigen zu entwickeln, was man gemeinhin ›das Jenseits‹ nennt. Sie hilft und gibt Handlungsanweisungen, um besonders das Leben im irdischen Diesseits gemäß der Würde des Menschen zu gestalten. Religion manifestiert sich in verschiedenen Riten, die dem Menschen einen Gemeinschaftssinn verleihen. Diese Eigenschaften gehören zur Kulturessenz des Vielvölkerstaates Iran, der seit dem Bestand des persischen Reiches ein Mutterland religiöser Vielfalt ist.

Spektrum Iran 2-2017– Wer ist der iranische Dichter-Philosoph Saadi?

Das vorliegende Heft ist der Denk- und Lebensspanne des persischen Dichter-Philosophen Mosleh ad-Din Saadi Schirazi gewidmet, der im 13. Jahrhundert gewirkt hat. Saadis Leben vollzieht sich in einer historischen Situation unsteter, weltweiter Veränderungen. In Europa wird die Inquisition in ihren späteren Dienst als rigorose Exekutivmacht der katholischen Kirche überstellt. Im westasiatischen Raum grassiert, ähnlich wie in Europa, unter dem massiven Einfluss der Mongoleneinfälle moralisch verwerfliche und menschenverachtende Gewalt.

Spektrum Iran 1-2017 – Das Wesen des schiitischen Islam

Was ist der schiitische Islam und was macht sein Wesen aus? Die Beantwortung dieser Frage erfordert einen Rückblick in die frühe Geschichte des Islam. Wie sich das Christentum in katholische, orthodoxe oder protestantische Richtungen mit unterschiedlichen Ausprägungen unterteilt, gibt es im Islam zwei Hauptrichtungen: der sunnitische und der schiitische Islam. Es scheint ein Desiderat in Lehre und Forschung der europäischen islamwissenschaftlichen Fakultäten zu sein, dass fast ausschließlich die sunnitische Ausrichtung als Repräsentant des Islam im Ganzen behandelt wird. Genauso problematisch wäre es, wollte man den Protestantismus oder die Orthodoxie stellvertretend für das gesamte Christentum präsentieren. Ein solches Denkbewusstsein wäre empirisch irreführend und normativ problematisch. Im Hinblick auf den schiitischen Islam allerdings zeigt sich eine solche Lücke, die es zu schließen gilt.