Spektrum Iran 4-2015 – Was sind Menschenrechte?

Im vorliegenden Heft sollen Struktur und Aufgabe der Menschenrechte im Islam und im christlichen Abendland diskutiert werden, wobei auch die Politik derselben zu analysieren ist. Dabei werden die unterschiedlichen Vorstellungen von Menschenrechten herausgearbeitet und es wird deutlich, dass diese Rechte ohne ein Verständnis für die mit ihnen einhergehenden Pflichten unvollständig sind. weiter I more

Sinn und Funktion der Tradition am Beispiel des Nourouz-Festes

Von Hamid Reza Yousefi. Im Allgemeinen scheint der Begriff der Tradition in Verruf geraten zu sein, weil er zumeist mit einer altmodischen oder dogmatischen Vergangenheit assoziiert wird. weiter I more

Logik und Hermeneuthik der Tradition

von Seyed Hossein Nasr. In verschiedenen Sprachen gab es vor der modernen Zeit keinen Ausdruck, der genau dem der Tradition entsprach mit dem dieser prämoderne Menschheit von denjenigen charakterisiert wird, die den traditionellen Standpunkt akzeptieren. weiter I more

فراخوان مقاله

بدين وسيله از كليه صاحب نظران و پژوهشگران محترم اعم از استادان، مديران و برنامه ريزان، دانشجويان، كارشناسان و علاقه مندان دعوت به عمل مي آيد، مقالات علمي- پژوهشي خود را با موضوعات فوق از طريق فرم دريافت مقاله ارسال نموده تا با ذكر نام نويسندگان منتشر گردد. weiter I more

Mit diesem Aufruf möchten wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller geisteswissenschaftlichen Disziplinen herzlich dazu einladen, mit ihren Veröffentlichungen die Zeitschrift »Spektrum Iran« zu unterstützen weiter I more

Spektrum Iran 1-2016 – Djihad-Perspektiven eines Begriffs

Das vorliegende Heft ist in diesem Sinne bemüht, auf unterschiedliche Aspekte des Djihad einzugehen und dessen Auswirkungen auf das menschliche Leben zu diskutieren. weiter I more

 

Spektrum Iran 4-2015 – Was sind Menschenrechte?

Die Sehnsucht nach Recht und Ordnung ist nur dem menschlichen Wesen inhärent. Die Frage nach den Rechten des Menschen ist genauso alt wie das menschliche Denken selbst. Stets ist die Rede von gegenseitiger Achtung und individueller Freiheit. Im Grunde geht es um die Sehnsucht nach einer wertschätzenden Anerkennung als Basis eines völkerübergreifenden Friedens.

Spektrum Iran 3-2015 – Was ist Demokratie?

Formal fußen alle Regierungssysteme auf einer bestimmten Form von Verfassung bzw. auf einem Grundgesetz, welches die Eckpunkte des jeweiligen Weltbildes in Regierungsformen und Menschenrechtskatalogen festschreibt. Diese können sehr unterschiedlich sein, wie die Folgegesetze, bspw. Zivil- und Strafgesetzbücher zeigen. Betrachten wir allein die demokratischen Systeme in den westlichen Gesellschaften, so lassen sich drei Regierungsformen unterscheiden: direkte Demokratie, parlamentarische Demokratie und Präsidialdemokratie. Auch diese Typen suchen, wie die anderen Demokratien, nichts anderes als die Gewährleistung von Freiheit, Menschenrechten und Gerechtigkeit.

Spektrum Iran 2-2015 – Was ist Fundamentalismus?

Um Feindbilder zu erzeugen und aufrecht zu erhalten, bedienen sich Menschen Ausdrucksweisen, die unüberbrückbare Andersartigkeiten artikulieren. Fundamentalismus, fundamentalistisch und Fundamentalist gehören zweifelsohne zu derartigen Schlagwörtern, die Menschen und Sachverhalte in Schubladen stecken, die solche Feindbilder erzeugen. Was ist Fundamentalismus? Was bedeutet Fundamentalismus und wer ist Fundamentalist? Was sind die Eigenschaften solcher Charakterisierungen?

Spektrum Iran 1-2015 – Was ist Mystik?

Betrachten wir die Geschichte der Religionen, so stellen wir fest, dass Mystik diejenige Lehre ist, die in allen Religionen in unterschiedlichen Formen verankert ist. Diese Lehre ist weder eine Alternative zur Religion noch ein Pendant, auch wenn es Versuche gibt, sie als solche zu charakterisieren.

Djalal ad-Din Mohammad Rumi, Farideddin Attar, Hossein Ibn Mansour Halladj sowie Sebastian Franck, Jacob Böhme, Hildegard von Bingen und Meister Eckhart sind einige Hauptfiguren, die im christlich-islamischen Kontext der Mystik zuzurechnen sind. In ihren Lehren geht es um unsichtbare, aber wirksame Kräfte, die sich in den Heiligen Schriften ihrer Religionen manifestieren. Ihr Ziel ist Läuterung des Inneren, Erleuchtung durch Kontakt mit transzendenten Ebenen bis hin zu jener ›unio mystica‹, dem Einswerden mit Gott.

Spektrum Iran 4-2014 – Was ist Tradition?

Tradition ist konservierte Denkleistung. Sie ist einer kulturellen Schatztruhe vergleichbar, in der überliefertes Wissen aus Jahrtausenden aufbewahrt ist. Tradition verleiht kollektive Identität, schenkt Geborgenheit, Halt und Orientierung. Tradition ist jedoch kein in Stein gemeißeltes Gesetz. Tradition ist in sich plural. Sie lässt sich mit einer Pralinenschachtel vergleichen. Während manches Konfekt bitter schmeckt, ist anderes zartbitter oder süß, mit Nüssen oder Trüffeln angereichert. Es liegt in der Natur der Sache,

Spektrum Iran 2-2014 – Was ist Philosophie?

Die vorliegenden Beiträge zeigen auf vielfältige Weise – was freilich nicht immer mit der Meinung der Herausgeber übereinstimmen muss – wie facettenreich die Frage nach Philosophie, ihrer Bedeutung für das menschliche Leben und den in unserer Zeit geradezu erzwungenen Dialog der philosophischen Traditionen ist.

Spektrum Iran 1 – 2014 – Was ist Kultur?

Die neue Nummer von Spektrum Iran Zeitschrift für islamisch-iranische Kultur ist in neuem Gewand und inhaltlicher Neuausrichtung erschienen. Druck und Vertrieb der Zeitschrift werden ab dieser Nummer von dem Verlag Traugott Bautz übernommen. Das erste Themenheft besteht aus sechs Beiträgen, die sich der Analyse nach Sinn und Funktion der Kultur aus verschiedenen Perspektiven heraus, widmen.

Hafiz und Goethe, ihre Sprache und Musik[1]

Dr. Thomas Ogger

Die Sprache des Ḥāfiẓ

Lassen Sie mich mit einer Ode des Ḥāfiz-Verehrers Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) beginnen.

Sie stammt aus dem »Buch Hafis« im West-östlichen Divan und weist beiläufig darauf hin, wie der deutsche Dichter selbst Ḥāfiz verstanden und dementsprechend interpretiert hat:

Intertextualität als eine Kultur der Verständigung – Das ›Wort‹ bei Hafis und Goethe

Dr. Ali Radjaie

Einleitung

Das Wort ›Kultur‹ im Deutschen und ›Farhang‹ (فرهنگ) im Persischen sind Begriffe, die mit vielen Bedeutungen verbunden sind. Werte von Kulturen werden in der jeweiligen Sprache gefasst und Worte werden zu poetischen Schriften gekleidet und stellen die Werte dessen dar, was Menschen als Träger einer Kultur für sinntragend, charismatisch oder sakral halten. In vielen literarisch-philosophischen Weltanschauungen und Gedankenwelten wird Sprache als »das Haus des Seins«[1] betrachtet. Manche Kundige der Poetik sind der Auffassung, dass »je höher die Kultur, desto reicher die Sprache«[2] sei.

Über das Diesseits und das Jenseits – Übersetzung und Kommentar zu der „Abhandlung über die Voll­kommenheit“ von Allamah Sayyid Muhammad Husain Tabatabai, Teil 3[1]

Dr. Mahdi Esfahani

17. Die Nachlässigkeit gegenüber dem, was jetzt existiert

 „Sie kennen nur das Äußerliche vom diesseitigen Leben, während sie dem Jenseits gegenüber aber gänzlich achtlos sind.“[2] Dieser Vers macht uns auf die feine Unterscheidung aufmerksam, dass hinter der bloßen Äußerlichkeit des Diesseits gleichzeitig etwas anderes existiert und dass dies das Jenseits ist, weil ihm die eigentliche Nachlässigkeit zukommt. So kann man dies beispielsweise auch aus den Worten entnehmen, die du zu deinem Freund sagst: „Du hast wirklich nur das Äußerliche meiner Worte verstanden und das andere hast du völlig außer Acht gelassen.“ Deine Aussage darüber weist darauf hin, dass das, was vernachlässigt wurde und als das Andere bezeichnet wurde, eben genau der innere Sinn bzw. die tiefere Bedeutung der Worte war.[3]

René Guénon’s Doctrine of Metaphysics as Foundation of Islamic Humanities

Prof. Dr. Roland Pietsch

René Guénon, known in the Islamic world as Shaykh ´Abd al Wāḥid Yaḥyā (1886–1951), was one of the most important representatives of the Sophia perennis (Guénon 2001a: 77, Schuon 1979: 133–137) in the twentieth century.

His works are mainly concerned with a profound critique of the modern world from a metaphysical point of view, a renewed exposition of the immutable principles of universal metaphysics, the traditional sciences and finally symbolism.

Spektrum Iran 4 – 2013

Die Nummer 4-2013 der Zeitschrift Spektrum Iran ist erschienen. Alle Artikel können als PDF heruntergeladen werden:

Die persischen Gedichte von Ibn Sīnā – übersetzt von Hermann Ethé

Eingeleitet und neu herausgegeben von Roland Pietsch

Hermann Ethé hat im Rahmen seiner umfangreichen Beschäftigung mit der persischen Dichtkunst eine Reihe persischer Gedichte von Ibn Sīnā, im lateinischen Westen Avicenna (370/980-428/1037) genannt, gefunden und unter der Überschrift „Avicenna als persischer Lyriker“ in persischer Sprache mit deutschen Übersetzungen in den „Nachrichten von der K. Gesellschaft der Wissenschaften und der Georg-Augusts-Universität in Göttingen aus dem Jahre 1875“ herausgegeben. Bevor im Folgenden diese Gedichte in leicht bearbeiteter Form vorgelegt werden, wird zunächst ein kurzer Überblick über Leben und Werk von Hermann Ethé gegeben.

Die Sprache von „i‛tibārāt“ – Übersetzung und Kommentar zu der „Abhandlung über die Voll­kommenheit“ von Allamah Sayyid Muhammad Husain Tabatabai, Teil 2

Dr. Mahdi Esfahani

10. Die Sprache von „i‛tibārāt

Und ferner gilt, dass alles, wovon die Religion spricht, was sie verdeut­licht und erklärt, über die Wissensgebiete, die den Schöpfungsbeginn betreffen und die Wahrheiten und Erkenntnisse, welche die Welt nach dem Tod beschreiben, all dies erfolgt in Sprache von „i‛tibār“; aufrich­tige Nachdenken bezeugt diese Gedanke.

Aspekte des imamitischen Schiismus und seiner Auswir­kungen in Geschichte und Gegenwart Irans*, Teil 3 Fortsetzung von Heft 2 – 2013

Dr. Thomas Ogger

Inhaltsübersicht

Mystik und Esoterik im Schiismus

Die Grundzüge der Tugendlehre von Abū ´Alī Miskawaih

Prof. Dr. Roland Pietsch

Abū ´Alī Miskawaih ist in der islamischen Welt einer der bedeutendsten Vertreter der philosophischen Ethik. Der wichtigste Grundbegriff dieser Ethik ist der Begriff des Guten. Nach Aristoteles ist das Gute das, wo­nach alles strebt[1], demzufolge streben auch alle Menschen nach dem Gu­ten. Für die Menschen ist der Inbegriff alles Guten das Glück oder die Glückseligkeit (sa’ādā), und die Tugend ist dabei jene Grundhaltung der Seele, wodurch das Glück der Menschen verwirklicht werden kann. Be­vor im Folgenden die Tugendlehre Miskawaihs in ihren Grundzügen dar­gestellt wird, werden im Folgenden zunächst einige kurze Angaben über sein Leben und Werk gemacht.

Spektrum Iran 3 – 2013

Die Nummer 3-2013 der Zeitschrift Spektrum Iran ist erschienen. Alle Artikel können als PDF heruntergeladen werden:

Werner Sundermann und die persische Literatur

Prof. Dr. Manfred Lorenz

Am Freitag, dem 12. Oktober 2012 verstarb Werner Sundermann, ehe­maliger Mitarbeiter und Arbeitsstellenleiter der Turfanabteilung der Ber­lin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Honorarpro­fessor der Freien Universität zu Berlin. Mit ihm verlor die Iranistik einen der besten Kenner des Mitteliranischen und vor allem des Manchäismus. Seine Leistung wurde auf einer Festveranstaltung der Akademie am 13.2.2013 in einem Vortrag seines Freundes und Kollegen Nicholas Sims-Williams gewürdigt.  Eine Bibliographie seiner Werke findet man in Manichaica Iranica. Ausgewählte Schriften von Werner Sundermann, ed. Ch. Reck, D. Weber, C .Leurin & A. Panaino, Rom 2001, pp. 945-966.

Zoroastrische Religion im Iran – Geschichte und Gegen­wart

Mohammad Shokri-Foumeshi

Zoroastrismus bezeichnet die Religion des iranischen Propheten Zara­thustra, dessen noch umstrittene Geburtsdatum sowie Geburtsort zwi­schen 600 bis 1500 v. Chr., irgendwo im Nordosten von Groß-Iran (Khwarezmien, Baktrien oder woanders) vermutet wird.