{"id":1273,"date":"2014-02-28T12:21:04","date_gmt":"2014-02-28T12:21:04","guid":{"rendered":"http:\/\/spektrum.irankultur.com\/?p=1273"},"modified":"2015-09-18T06:25:07","modified_gmt":"2015-09-18T06:25:07","slug":"die-sprache-von-itibarat-ubersetzung-und-kommentar-zu-der-abhandlung-uber-die-voll%c2%adkommenheit-von-allamah-sayyid-muhammad-husain-tabatabai-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/spektrum.irankultur.com\/?p=1273","title":{"rendered":"Die Sprache von \u201ei\u201btib\u0101r\u0101t\u201c  &#8211; \u00dcbersetzung und Kommentar zu der \u201eAbhandlung \u00fcber die Voll\u00adkommenheit\u201c von Allamah Sayyid Muhammad Husain Tabatabai, Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dr. Mahdi Esfahani<\/strong><\/p>\n<p><strong>10. Die Sprache von \u201e<em>i\u201btib\u0101r\u0101t<\/em>\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Und ferner gilt, dass alles, wovon die Religion spricht, was sie verdeut\u00adlicht und erkl\u00e4rt, \u00fcber die Wissensgebiete, die den Sch\u00f6pfungsbeginn betreffen und die Wahrheiten und Erkenntnisse, welche die Welt nach dem Tod beschreiben, all dies erfolgt in Sprache von \u201ei\u201btib\u0101r\u201c; aufrich\u00adtige Nachdenken bezeugt diese Gedanke.<!--more--> Aber da, wo es nicht den Um\u00adstand des gesellschaftlichen Zusammenseins gibt und somit auch keine (notwendige) Zusammenarbeit bzw. Hilfestellung,\u00a0 in dem es keinen Raum f\u00fcr Vorschriften und Gesetze gibt, die ja erst mittels der Sprache von \u201ei\u201btib\u0101r\u201c eingef\u00fchrt wurden, da gibt es dann andere Wahrheiten, die durch diese Sprache zum Vorschein gebracht werden, und ebenso verh\u00e4lt es sich mit dem Zustand der religi\u00f6sen Gesetze. Mit anderen Worten ausgedr\u00fcckt: all das, was vor diesem gesellschaftlischen Zustand gab, d.h. alle Welten bevor Existenz des Menschen als soziales Wesen, und das, was dem Menschen nach der Gesellschaftlischen Zustand in den Welten nach dem Tod begegnen wird, also da, wo es im Wesentlichen keine Gesellschaft gibt, da existieren \u00fcberhaupt keine \u201ei\u201btib\u0101r\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn2\"><sup><sup>[2]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Allamah Tabatabai spricht hier von der \u201eSprache von <em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c, w\u00e4hrend er zuvor aber nur von \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c an sich gesprochen hat. In diesem Kapitel soll aufgezeigt werden, was Allamah Tabatabai unter der \u201eSprache von <em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c versteht. Der Ausdruck \u201edie Sprache von <em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c ist dabei sehr wichtig und deutet zugleich auf den Kern des ersten Kapitels hin.<\/p>\n<p>Bisher hat Allamah Tabatabai \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c definiert und gesagt, dass es ohne eine Gesellschaft auch kein \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c geben kann. Bevor wir in diese Welt kamen, gab es kein \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c, und wenn wir diese Welt verlassen, wird es ebenfalls kein \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c mehr geben (weil es in beiden F\u00e4llen keine Gesellschaft gibt). Aber zwischen diesen beiden jenseitigen Zu\u00adst\u00e4nden existiert \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c sehr wohl.<\/p>\n<p>Der Koran und die \u00dcberlieferungen sprechen ebenfalls von \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c, welches wir mit Hilfe unseres Intellekts erfassen. So teilt uns Gott bei\u00adspielsweise im Koran in der Sure al-f\u0101ti\u1e25a, Vers 3 mit, dass er der Besitzer des Tages ist, welcher der \u201eTag der Religion\u201c \u0645\u0627\u0644\u06a9 \u06cc\u0648\u0645 \u0627\u0644\u062f\u06cc\u0646) <a title=\"\" href=\"#_ftn3\"><sup><sup>[3]<\/sup><\/sup><\/a>) genannt wird. Er bezeichnet sich hier also als Besitzer (\u201e<em>m\u0101lik<\/em>\u201c (\u0627\u0644\u0645\u0627\u0644\u06a9)). Was ist nun unter dem Begriff \u201eBesitzer\u201c bzw. \u201eBesitztum\u201c zu verste\u00adhen? Als ein Mensch, der der arabischen Sprache m\u00e4chtig ist, sollte der Begriff \u201eBesitztum\u201c durch die jeweiligen Lebenserfahrungen verstanden werden, welche durch \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c existieren, woraus sich dann auch das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das \u201eBesitzersein\u201c Gottes ergibt. Und genau diesen As\u00adpekt m\u00f6chte Allamah\u00a0 Tabatabai verdeutlichen, wenn er sagt, dass die Religion mit uns durch \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c spricht. Die Religion sagt uns, dass Gott der Eigent\u00fcmer ist, und f\u00fcr uns ist \u201eEigentum\u201c \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c, so dass sich daraus die Tatsache ergibt, dass die Religion durch eine Form von \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c spricht.<\/p>\n<p>Ein Kind zum Beispiel hat keine Vorstellung vom Besitztum Gottes. Im Laufe seines Lebens entwickelt es erst ein Verst\u00e4ndnis von Besitztum an sich, indem ihm gezeigt wird, was ihm geh\u00f6rt, z. B eine Hose, ein Spiel\u00adzeug usw. und gleichzeitig lernt es, was ihm nicht geh\u00f6rt. Geht bei\u00adspielsweise ein Kind ein anderes besuchen, so wird ihm erkl\u00e4rt, dass es keine fremden Spielzeuge mitnehmen bzw. besch\u00e4digen darf. So lernt es ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Eigentum zu entwickeln und gleichzeitig erlernt es die Sprache von \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c, so dass es wei\u00df, was ihm geh\u00f6rt und was nicht. Einen weiteren Aspekt von \u201eBesitztum\u201c erf\u00e4hrt das Kind, wenn Ge\u00adschwister hinzu kommen und es Spielzeug, welches es vorher als sein pers\u00f6nliches Eigentum wahrgenommen hat, mit dem Bruder oder der Schwester teilen muss. Das Spielzeug, von dem es vorher gesagt hat: \u201eDas geh\u00f6rt mir\u201c, geh\u00f6rt nun doch nicht mehr ihm allein, woraus sich dann im Kind die Erfahrung entwickelt, das Besitztum unter gewissen Umst\u00e4nden nichts Statisches bzw. nichts Sicheres bedeuten kann. Das Kind muss dies verstehen und lernen, damit umzugehen, so dass daraus ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr \u201eEigent\u00fcmersein\u201c entsteht. Das \u201eEigent\u00fcmersein\u201c an sich hat seine Wurzeln im G\u00f6ttlichen, doch das begreift das Kind noch nicht. Kinder erfahren das \u201eEigent\u00fcmersein\u201c \u00fcber \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c. Dieses Ver\u00adst\u00e4ndnis vom Eigent\u00fcmersein bildet sp\u00e4ter wiederum die Voraussetzung und Grundlage, auf der wir dann unser Verst\u00e4ndnis vom Eigent\u00fcmersein Gottes entwickeln k\u00f6nnen, welches uns durch die Verse des Korans bzw. durch die religi\u00f6se Sprache der \u00dcberlieferungen vermittelt wird. Viele der Worte, die im religi\u00f6sen Kontext verwendet werden, beruhen auch auf \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c. Und da eben die religi\u00f6se Sprache durchmischt von \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c ist, betont Allamah Tabatabai besonders, dass es f\u00fcr ein richti\u00adges Verst\u00e4ndnis der religi\u00f6sen \u00dcberlieferungen von gro\u00dfer Wichtigkeit ist, sich mit dem Wesen von\u00a0 \u201e<em>i\u201btib\u0101r<\/em>\u201c und dessen Wirkungsweise auf die menschliche bzw. religi\u00f6se Sprache auseinander zu setzen.<\/p>\n<div>\n<p><a href=\"http:\/\/spektrum.irankultur.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/4-Die-Sprache-von-\u201ei\u201btib\u0101r\u0101t\u201c.pdf\" target=\"_blank\">Die Sprache von \u201ei\u201btib\u0101r\u0101t\u201c\u00a0 &#8211; \u00dcbersetzung und Kommentar zu der \u201eAbhandlung \u00fcber die Voll\u00adkommenheit\u201c von Allamah Sayyid Muhammad Husain Tabatabai, Teil 2<\/a><\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> &#8211; Bearbeitung und Korrektur der deutschen Textfassung durch Michael Nestler<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p dir=\"RTL\"><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a>&#8211; \u062b\u0645\u0651 \u0625\u0646\u0651 \u0645\u0627 \u062a\u0639\u0631\u0651\u0636 \u0644\u0628\u064a\u0627\u0646\u0647 \u0648\u0634\u0631\u062d\u0647 \u0627\u0644\u062f\u064a\u0646\u064f\u060c \u0645\u0646 \u0627\u0644\u0645\u0639\u0627\u0631\u0641 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0639\u0644\u0651\u0642\u0629 \u0628\u0627\u0644\u0645\u0628\u062f\u0623\u060c \u0648\u0645\u0646 \u0627\u0644\u0623\u062d\u0643\u0627\u0645 \u0648\u0627\u0644\u0645\u0639\u0627\u0631\u0641 \u0627\u0644\u0645\u062a\u0639\u0644\u0642\u0629 \u0628\u0645\u0627 \u0628\u0639\u062f \u0647\u0630\u0647 \u0627\u0644\u0646\u0634\u0623\u0629 \u0627\u0644\u062f\u0646\u064a\u0648\u064a\u0651\u0629\u060c \u0643\u0644\u0651 \u0630\u0644\u0643 \u0628\u064a\u0627\u0646 \u0628\u0644\u0633\u0627\u0646 \u0627\u0644\u0627\u0639\u062a\u0628\u0627\u0631 \u061b\u064a\u0634\u0647\u062f \u0628\u0630\u0644\u0643 \u0627\u0644\u062a\u0623\u0645\u0651\u0644 \u0627\u0644\u0635\u0627\u062f\u0642. \u0648\u062d\u064a\u062b \u0644\u0627 \u0638\u0631\u0641 \u0627\u062c\u062a\u0645\u0627\u0639 \u0648\u0644\u0627 \u062a\u0639\u0627\u0648\u0646 \u0641\u064a \u063a\u064a\u0631 \u0638\u0631\u0641 \u0627\u0644\u0623\u062d\u0643\u0627\u0645\u060c \u0648\u0642\u062f \u0623\u064f\u062f\u0651\u064a\u062a \u0628\u0644\u0633\u0627\u0646 \u0627\u0644\u0627\u0639\u062a\u0628\u0627\u0631\u060c \u0641\u0647\u0646\u0627\u0643 \u062d\u0642\u0627\u0626\u0642 \u0623\u064f\u062e\u0631 \u0645\u0628\u0646\u064a\u0651\u0629 \u0628\u0647\u0630\u0627 \u0627\u0644\u0644\u0633\u0627\u0646\u060c \u0648\u0643\u0630\u0644\u0643 \u0645\u0631\u062d\u0644\u0629 \u0627\u0644\u0623\u062d\u0643\u0627\u0645. \u0648\u0628\u0639\u0628\u0627\u0631\u0629\u064d \u0623\u064f\u062e\u0631\u0649: \u0645\u0627 \u0642\u0628\u0644 \u0647\u0630\u0647 \u0627\u0644\u0646\u0634\u0623\u0629 \u0627\u0644\u0627\u062c\u062a\u0645\u0627\u0639\u064a\u0651\u0629 \u0645\u0646 \u0627\u0644\u0639\u0648\u0627\u0644\u0645 \u0627\u0644\u0633\u0627\u0628\u0642\u0629 \u0639\u0644\u0649 \u0648\u062c\u0648\u062f \u0627\u0644\u0625\u0646\u0633\u0627\u0646 \u0627\u0644\u0627\u062c\u062a\u0645\u0627\u0639\u064a\u060c \u0648\u0645\u0627 \u0628\u0639\u062f \u0646\u0634\u0623\u0629 \u0627\u0644\u0627\u062c\u062a\u0645\u0627\u0639 \u0645\u0645\u0651\u0627 \u064a\u0633\u062a\u0642\u0628\u0644\u0647 \u0627\u0644\u0625\u0646\u0633\u0627\u0646 \u0645\u0646 \u0627\u0644\u0639\u0648\u0627\u0644\u0645 \u0628\u0639\u062f \u0627\u0644\u0645\u0648\u062a\u060c \u062d\u064a\u062b \u0644\u0627 \u0627\u062c\u062a\u0645\u0627\u0639 \u0645\u062f\u0646\u064a\u0651\u0627\u064b \u0641\u064a\u0647\u0627\u060c \u0644\u0627 \u0648\u062c\u0648\u062f \u0644\u0647\u0630\u0647 \u0627\u0644\u0645\u0639\u0627\u0646\u064a \u0627\u0644\u0627\u0639\u062a\u0628\u0627\u0631\u064a\u0651\u0629 \u0641\u064a\u0647\u0627 \u0627\u0644\u0628\u062a\u0651\u0629.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> &#8211; Dieser Vers wird normalerweise mit dem Ausdruck \u201eHerrscher am Tage des Gerichts\u201c \u00fcbersetzt. Das Wort \u201e<em>ad-d\u012bn<\/em>\u201c (\u0627\u0644\u062f\u06cc\u0646) bedeutet aber nicht Gericht, so dass hier eine sinngem\u00e4\u00dfe \u00dcbersetzung zugrunde liegt, die eine Angleichung an den Ausdruck \u201edas j\u00fcngste Gericht\u201c sucht, jedoch die urspr\u00fcngliche Bedeutung verf\u00e4lscht.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Mahdi Esfahani 10. Die Sprache von \u201ei\u201btib\u0101r\u0101t\u201c Und ferner gilt, dass alles, wovon die Religion spricht, was sie verdeut\u00adlicht und erkl\u00e4rt, \u00fcber die Wissensgebiete, die den Sch\u00f6pfungsbeginn betreffen und die Wahrheiten und Erkenntnisse, welche die Welt nach dem Tod beschreiben, all dies erfolgt in Sprache von \u201ei\u201btib\u0101r\u201c; aufrich\u00adtige Nachdenken bezeugt diese Gedanke.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[270],"tags":[],"class_list":["post-1273","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein-de"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/spektrum.irankultur.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1273","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/spektrum.irankultur.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/spektrum.irankultur.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/spektrum.irankultur.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/spektrum.irankultur.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1273"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/spektrum.irankultur.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1273\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1562,"href":"http:\/\/spektrum.irankultur.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1273\/revisions\/1562"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/spektrum.irankultur.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1273"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/spektrum.irankultur.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1273"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/spektrum.irankultur.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1273"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}